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I. Das Thal
Mit dem grauen Felsensaal Und der Hand voll Eichen Kann das ruhevolle
Thal Hundert andern gleichen.
Kommt der Strom mit seinem Ruhm Und den stolzen Wogen Durch das
stille Heiligtum Prächtig hergezogen,
Und auf einmal lacht es jetzt Heil im klarsten Scheine, Und dies
Liederschwälbchen netzt Seine Brust im Rheine!
II. Stillleben
Durch Bäume dringt ein leiser Ton, Die Fluten hört man rauschen
schon, Da zieht er her die breite Bahn, Ein altes Städtlein hängt
daran.
Mit Türmen, Linden, Burg und Thor, Mit Rathaus, Markt und
Kirchenchor; So schwimmt denn auf dem grünen Rhein Der goldne Nachmittag
herein.
Im Erkerhäuschen den Dechant Sieht man, den Römer in der Hand, Und
über ihm sehr stille steht Das Fähnlein, da kein Lüftchen geht.
Wie still! nur auf der Klosterau Keift fernhin eine alte Frau; Im
kühlen Schatten neben dran Dumpf donnert's auf der Kegelbahn.
III. Frühgesicht
Es donnert über der Pfaffengass' Des weiland heil'gen römischen
Reiches Wie Gottes Heerschild jähen Streiches; Der Morgen dämmert rosig
blaß.
Und wie der Schlag weithin verhallt, Wogt eine graue Nebelmasse, Als
zög' ein Heervolk seine Straße, Das auf den Wassern endlos wallt.
Im Zwielicht raget Dom an Dom, An allen Fenstern lauscht's
verstohlen; Doch auf gedankenleichten Sohlen Vorüber eilt der
Schattenstrom.
Das rauscht und tauschet Hand und Kuß, Der Sturmhauch rührt verjährte
Fahnen Wie neues Hoffen, altes Mahnen, Erschauernd wie ein
Geistergruß.
Was brav und mannhaft ist, vereint Zieht es, den letzten Streit zu
schlagen; Er klirrt zu Fuß, zu Roß und Wagen, Zum Freunde wird der alte
Feind, Und neben Siegfried reitet Hagen.
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