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Man sagt, daß in der Völkerschlacht, Wo donnern Stück und Wagen, In
schmelzenden Gesanges Pracht, Als wär' der schönste Lenz erwacht, Die
Nachtigallen schlagen.
In Busch und Baum die Schlacht entlang, Verborgen in den
Wettern, Wetteifernd mit Drommetenklang Und der Gefall'nen
Wehgesang Hört man die Triller schmettern.
Sie halten den Streit für Frühlingslust, Den Tod für holdes
Minnen, Sind keiner Sorge sich bewußt Da fährt das Blei durch ihre
Brust Und reißt das Nest von hinnen.
So war's, als des Jahrhunderts Thor Aufsprang mit eh'rnen
Pforten, Ein roter Morgen trat hervor, Mit ihm ein endlos langer
Chor Von blutenden Cohorten.
Was tausendjährig, sank in Staub Wohl unter ihren Schritten, Und
Glück und Staub des Cäsars Raub, Er selber dann wie falbes
Laub Knirscht' unter des Siegers Tritten.
Da saß ein stiller Mann im Land, Dem war Gewalt gegeben, Zu wirken
mit gefeiter Hand Ein tausendtönig Zauberband In das empörte Leben.
Er goß des Wohllauts süßen Wein Aus über die Wogenheere; Mocht' noch
so laut die Brandung schrei'n, Doch stärker klang sein Spiel darein, Wie
Orgelton am Meere.
Nicht sorglos wie die Nachtigall Hat er sein Lied gesungen; Es war
der großen Klage Schall, Die Menschenherz und weites All Geheimnisvoll
durchdrungen.
Der Klage, die mit höchster Kraft In Freude dann sich wendet, Und
die, den Sternen kühn entrafft, Den letzten Kranz der Meisterschaft Dem
sel'gen Sänger spendet.
Vorüber zogen hundert Jahr', Seit er ans Licht geboren; Hin ist die
Welt, die mit ihm war, Noch wandeln seine Sterne klar Im Aether
unverloren.
Noch hallt sein unsichtbares Haus Und klingt von Meer zu Meere, Und
wieder haus't des Sturmes Graus, Geharnischt führt der Tod
hinaus Zahllose Völkerheere.
Ein Cäsar liegt mit gold'ner Zier Wird sich der Deutsche
krönen; Sein Donner grollt doch ferne hier In gold'nem Frieden lassen
wir Des Zaub'rers Lied ertönen.
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