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Erinnerung an die Lustfahrt, welche am Schlusse des
eidgenössischen Gesangfestes 1858 zu Ehren der elsässischen Sänger auf dem
Zürichsee stattfand. Auf dem Schiffe glänzte vor allem das von
Straßburg den Zürchern gebrachte Geschenk eines schönen Trinkhornes, das
jetzt die Stadtbibliothek bewahrt.
Die Freundschaft fuhr auf klaren Wogen, Das Schiff war wahrlich gut
bemannt! In heitrer Luft vereinigt flogen Die alten Banner
wohlbekannt; Und aus der Tiefe rauscht' die Sage Verwundrungsvoll ans
Licht empor, Sie, die im Glanz verschwund'ner Tage Einst auf dem Rhein
zum Festgelage Sah fahren schneller Männer Chor.
Wir hoben singend aus den Wellen Die viermal hundertjährge Fee; Sie
schaute lachend uns Gesellen, Das Glanzgestad', den blauen See; Sie sah
ein Kleinod leuchend schwenken, Das Horn in Gold und Elfenbein, Wie's
reiche Treu' nur kann erdenken, Als gält' es, Helden draus zu tränken,
Das blitzt im Julisonnenschein.
Sie neigte trinkend sich zum Horne Und wurde jung vom goldnen
Schaum; Begeistert rief die schöne Norne: «Es ist ein Traum und doch
kein Traum! So seid ihr Männer von den gleichen, Die ich zusammen einst
geführt, Von jenen mut- und freudereichen, Die da nicht wanken und nicht
weichen, Wo keck zu leben sich's gebührt?»
Wohl sind wir andre, doch wir wohnen Im Haus, das jene
aufgebaut; Noch hüten wir die Mauerkronen, Von denen jene
ausgeschaut. Wir hoffen, da noch Trauben reifen, Es jenen Alten
nachzuthun, Ein gutes Ziel nicht bloß zu streifen, Das Steuer recht und
fest zu greifen Und niemals vor der That zu ruh'n!
Nun stieg ein Eiland aus den Fluten, Da sprang die Freundschaft an den
Strand; Wir knüpften neu der Wohlgemuten Im Grünen jedes schmucke
Band. Manch schönes Aug' war zu gewahren Im holden Hin- und
Wiedergeh'n; So mögen noch der Enkel Scharen Die Flut des Lebens froh
befahren Und unsre Städte fortbesteh'n!
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