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Das Urmaß aller Dinge ruht In Händen nicht, die endlich sind, Es
liegt verwahrt in Schatzgewölben, Die kein vergänglich Auge schaut. Wir
führen Wage, Stab und Uhr, Und was wir wägen, schwindet hin; Darum mit
ehrerbiet'ger Scheu Gebrauchen wir das Maß der Zeit, Und rufen hoher
Jahre Zahl Mit Weihefesten an.
Ein halbes Jahrhundert Was ist es, ihr Brüder? Ein Hauch, wie ein
ganzes Und wie ein Jahrtausend! Doch wenn es das erste, Dann winden
wir schmeichelnd Und rühmend den Kranz.
Das eig'ne Erinnern Umfängt uns die Seele, Die Jahre der
Jugend Sind lange dahin, Indessen die neuen Geschlechter
erblühten.
Es ragt uns die Burg mit Den Aemtern des Wissens, Wir sah'n noch die
Stifter, Und sah'n die Genossen Die Halle durchschreiten, Geschlecht
auf Geschlecht.
Wo sind sie geblieben, Sie all', die gekommen Und wieder
geschieden, Zu lehren, zu lernen? Sie ruhen in Gräbern, Zerstreut auf
der Erde, Und hier in der Heimat.
Doch mancher, er hält noch In schneeigen Locken An fernen
Altären Der Weisheit die Wacht; Getreulich geh'n and're, Als Bürger
ergrauend, Mit uns noch zum Forum.
Kein fürstlicher Reichtum, Kein Erbe der Väter Erhält uns die
Schule; Auf schwankem Gesetze, Sie steht in den Aether Des täglichen
Willens, Des täglichen Opfers Des Volkes gebaut!
Doch um so lichter stehet Und schirmet uns das Haus, So lang ein
Geist nur gehet, Ein guter, ein und aus.
Reich' immer froh dem Morgen, O Jugend, deine Hand! Die Alten mit den
Sorgen Laß auch besteh'n im Land!
Ergründe kühn das Leben, Vergiß nicht in der Zeit, Daß mit
verborg'nen Stäben Mißt die Unendlichkeit!
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